Das zu langsame Internet

Man hört es ja immer im TV, es wird viel versprochen was die Geschwindigkeit bei Internetleitungen
angeht, aber am Ende ist das Internet sehr viel langsamer. Es wird dann immer dazu aufgerufen, dass man selbst seinen Internet-Anschluss mit einer der dort genannten Websites testen sollte, um heraus zu bekommen ob auch bei einem selbst das Internet zu langsam ist.

Viele machen das auch schon gleich prophylaktisch, wenn der Anbieter z.B. die Bandbreite erhöht oder ähnliches. Dann kommt oft der Schock. Das geschah auch bei jemanden vor ein paar Tagen.
Bei dieser Person wurde von 16MBit auf 50MBit erhöht. Änderung wurde durch geführt und bei der Messung über eine Internetseite kam heraus dass nur 8MBit im Download ankamen. Auch nur 8Mbit beim Upload, wo es eigentlich 25Mbit sein sollten. Der Ping war ok.
Der Anbieter verhielt sich wie den TV-Sendungen immer beschrieben und behauptete es wäre alles ok und die 50MBit wären verfügbar.

Wer mal mit dem Computerproblemen von privaten Personen zu tun hatte wird die eine Regel kennen, die man immer befolgen sollte: "Glaube dem Kunden nichts, was du nicht selbst gesehen hast und lasse dich nicht mit Ausreden abwimmeln, es wird dir nur unnütze Aufwände bescheren."
Also über Teamviewer wurde das Problem bestätigt.. bzw die Messung wurde wiederholt und zeigt ein entsprechendes Ergebnis. Wichtig ist jetzt verlässliche Werte zu bekommen, also heraus zu finden mit welcher Geschwindigkeit der Router die DSL-Verbindung ausgebaut hat und synchronisiert hat. Natürlich war das Passwort zur Fritzbox unbekannt. Aber einmal Strom trennen und auf Werkseinstellungen zurück setzen hilft. Die wenigstens Personen haben Port-Weiterleitungen eingestellt, also kann bis auf ein paar Telefonnummernzuordnungen eigentlich nichts verloren gehen.

Die Fritzbox sage 63MBit down und 30MBit up. Mehr als an sich erwartet wurde. Bloß weil man diese Bandbreite zugeteilt bekommt, bedeutet es natürlich nicht, dass man sie auch komplett nutzen kann. Fehlerkorrekturen im Protokoll und ähnliches kosten natürlich auch Bandbreite.

Der normale Benutzer ist jetzt natürlich überfragt, auf der einen Seite funktioniert es nicht wie es gerne hätte und auf der anderen Seite wird der Anbieter sich quer stellen und sich auf die Angaben im Router berufen. Was kann er also nur machen? Immer wieder beim Anbieter anrufen, die werden ihn abwimmeln oder sagen, dass sie es noch mal prüfen werden, aber am Ende wird nichts passieren. Verstanden wird sich der Benutzer bei bestimmten nach Jahreszahlen benannten TV-Sendungen fühlen, die ihm auch klar machen, dass man den Anbieter nur genug unter Druck setzen muss, damit der das Problem behebt.

Das ist für den Benutzer leider etwas unschön, aber Ende leider auch genau die Lösung, die den Benutzer zufrieden stellen wird. Der Anbieter ist Schuld, man selber kann nichts tun und ist nur ein Opfer. Benutzer kennen sich mit Computern meistens sehr wenig aus und sind zu meist auch sehr Stolz auf ihre Leistung sich einen PC oder ein Notebook gekauft zu haben. Sie haben sich beraten lassen, dann alles abgewogen und das für ihre Zwecke beste und günstigste Gerät gekauft. Meistens haben sie das Gerät dann auch selbst mit dem Router verbunden. Bei WLAN ja nicht so einfach mit Key, aber immer noch besser als irgendwelche Kabel durch die Wohnung zu verlegen.
Dies ist wirklich eine gute Leistung für jemanden, der eigentlich keine Ahnung davon hat warum es am Ende eigentlich alles funktioniert und was dieses ominöse WLAN überhaupt ist. Sein Kabelloses Internet funktioniert und er ist glücklich und stolz. 2 wichtige Faktoren... besonders der zweite. Keiner mag es, wenn man viel Zeit und Energie in etwas investiert hat und dann jemand kommt und sagt einen, dass man ja sehr bemüht war.. also.. am Ende doch nur Rotz raus kam. Dann ist man weder glücklich noch stolz.

Wir messen also über zwei Netzwerke, einmal das vom Anbieter und einmal das vom Router zum Gerät, dass meistens WLAN sein wird. Jetzt sprechen alle Indikatoren (Anbieter-Messung und Router) dafür, dass das Netzwerk des Anbieters nicht das Problem ist. Dem Benutzer wird zu 99% nicht mal klar sein, dass das WLAN kein Teil des Anbieternetzwerkes ist, sondern ein 2. Netzwerk, dass ganz allein ihm untersteht und für dass er auch die Verantwortung trägt.
WLAN ist praktisch, aber bringt viele Probleme mit sich:

* Wände können das Signal stark stören
* Wenn über USB angeschlossen sollte man keinen langsamen USB-Standard nutzen
* Viele WLAN Geräte blockieren sich gegenseitig
* Es sind meistens kleine und schwache Antennen verbaut

Das sind alles Probleme, die so sind und die der Physik und Implementierung geschuldet sind. WLAN ist ein Standard und es wird auch bei den Routern nur WLAN dieses Standard angeboten. Mit dem Kauf des Routers sollte der Benutzer sich dieser Probleme bewusst sein und auch dass er auf diese Dinge achten muss, um ein gut funktionierendes WLAN zu betreiben.

Wenn das Internet zu langsam ist wird sich das Problem zu meiner Erfahrungen nach zu 80% beim Anwender finden lassen. Beim normalen Surfen fällt nichts auf und erst wenn man solche Messungen durchführt kommt heraus dass die Datenrate, die beim Gerät ankommt, zu gering ist. Benutzer hören das überhaupt nicht gerne. Die sind glücklich wenn die Schuld beim Anbieter liegt. Das sie das Problem selbst verursacht haben, wollen sie nicht hören, gerade wenn sie alles selbst eingerichtet haben. Benutzer die schon beim Kauf um Hilfe fragen, haben kein Problem damit, dass die Probleme z.B. durch einen alten WLAN-Stick verursacht werden. Die anderen halten zu Viel auf ihr Werk, als dass sie Zugeben wollen, dass sie nicht wussten was sie taten und es wohl deswegen teilweise falsch gemacht haben. Das sind die Personen die man dann im TV sieht, weil gerade Hotlines wissen wie solche Benutzer reagieren, wenn man denen sagt, dass das Problem wohl bei denen liegt und man da nicht für Zuständig ist, wenn der Benutzer bei sich zu hause was falsch eingerichtet hat.

Hier nochmal eine kleine Checkliste, wie man richtig überprüfen kann, ob das Problem im eigenen Netzwerk zu suchen ist:

* Ein LAN-Kabel benutzen und direkt mit dem Router verbinden
* Ein PC/Notebook nutzen das "sauber" ist. Am besten von jemanden der viel Spiele im Internet spielt.. am besten Shooter.. die achten darauf dass deren System
keine Probleme beim Netzwerk hat

Wenn sich damit nun heraus stellt, dass es wirklich nicht am Anbieter liegt:

* WLAN richtig eingerichtet? (Anleitung lesen, jemanden fragen der sich damit auskennt)
* wie gut ist der Empfang? (Repeater kaufen, extra Antenne kaufen)
* Wie alt ist die verwendete Hardware? (was neues Kaufen.. sich beraten lassen.. nicht im Geschäft)
* Was ist an Software installiert? (Es gibt Software, die PCs schneller und sicherer macht.. XPAntiSpy, TuneUp, etc... zu 99% sind diese Programme Verursacher der Probleme.. deinstallieren und nie wieder installieren)

Wenn man kein LAN-Kabel über große Strecken verlegen mag, helfen Powerline Adapter, die LAN über das hausinterne Stromnetz ermöglichen. Was sehr gut funktioniert.

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Sollte das Problem beim Anbieter liegen, diesen bitten die Leitung einmal zu überprüfen oder einen Techniker vorbei zu schicken. Immer kooperativ und nett sein.
Probleme bei denen müssen nicht immer bekannt sein und können Hinweise für den Anbieter auf defekte Hardware oder Kabel sein. Teilweise auch in Bereichen, wo der Anbieter selbst keinen Einfluss hat.

Es gibt heute so viel Bandbreite... und ob ich mit 30MBit Downloade oder mit 50Mbit ist nur ein Unterschied in den Minuten, die ich benötige für den Download, aber der Traffic beim Anbieter wird gleich bleiben. Es würde ihn nur Kosten sparen, wenn er auf wenige MBit herunter drosselt um mich davon abzuhalten viele Downloads durch zuführen.. so 1-2Mbit. Wenn man >=8Mbit hat ist es unwahrscheinlich, dass es an einer Drosselung der Leitung liegt.
User annonyme 2016-12-20 20:31

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Three + = 8

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