KI hat mich abgehängt. So richtig doll.

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Ich habe das Gefühl, dass ich den Anschluss verliere. Und das ausgerechnet bei KI – einem Thema, mit dem ich mich eigentlich gut auskenne.

Vor zwei Jahren war die Welt noch überschaubar. ChatGPT, Stable Diffusion und eine Handvoll weiterer Tools – das war machbar. Man konnte sich reinarbeiten, Dinge ausprobieren, ein Gefühl dafür entwickeln. Heute? Heute gibt es eine schier unendliche Anzahl an mächtigen KI-Tools, Modellen, Frameworks, Agenten und Plattformen.

Ich habe eine Liste mit KI-Modellen und Anwendungen, die ich mir „mal anschauen“ will. Und das sind wohlgemerkt nur die bekanntesten. Wenn ich mir jedes neue Tool, jeden Agenten oder jedes Modell wirklich ansehen wollte, wäre ich damit den ganzen Tag beschäftigt. Und selbst das Anschauen ist ja nur die halbe Miete – richtig anwenden, verstehen, integrieren, produktiv nutzen… das kostet nochmal deutlich mehr Zeit.

Ein gutes Beispiel ist n8n. Ich habe es schon mal benutzt, weiß also, was möglich ist – und genau deshalb hätte ich gern viel mehr Zeit, mich da wirklich reinzufuchsen. Oder Suno: die Idee, das durch ein Open-Source-Modell zu ersetzen, klingt großartig. HeartMula liegt bei mir seit Wochen auf der „Will ich mir ansehen“-Liste. Seit Wochen.

Bei KI-Agenten für die Entwicklung habe ich irgendwann einfach aufgegeben. Ich nutze inzwischen JetBrains Junie – pragmatisch. Das Tool baut mir aus einer kurzen Beschreibung in zwei Minuten eine XML für einen Report, für die ich sonst 30 Minuten zusammenkopieren müsste. Okay, fairerweise: Das Haupt-Query bastle ich immer noch selbst. Aber das tue ich auch ohne KI. Und genau das ist der Punkt.

Dass ich mir flux.2-klein überhaupt angesehen habe, war gefühlt schon eine Leistung. Es hat sich gelohnt – auch wenn ich ehrlich gesagt nicht mehr sicher sagen kann, ob das besser ist als z-image-turbo. Ich glaube, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem diese Unterschiede kaum noch wirklich greifbar sind.

Viele behaupten, die Entwicklung von KI hätte sich verlangsamt. Ich merke davon nichts. Ganz im Gegenteil: Ich komme nicht hinterher. Es kommen immer noch schneller neue Dinge heraus, als ich sie mir anschauen kann. Und selbst wenn ich es schaffe, mir etwas anzusehen, fehlt oft die Zeit, es wirklich sauber in den Alltag zu integrieren.

Eigentlich müsste ich mir bei der Arbeit einen ganzen Tag pro Woche freihalten – nur für KI. Nicht zum Spielen, sondern um sinnvoll Dinge zu evaluieren, zu testen und anzuwenden. Denn man könnte so viele Prozesse in der Firma massiv verbessern oder beschleunigen. Man kommt nur einfach nicht dazu.

2D-Images zu 3D-Meshes und dann drucken? Habe ich eine Zeit lang gemacht. Vielleicht im Sommer wieder. Die Sprünge, die es zuletzt bei BambuLab MakerWorld gab, waren schon enorm. Ich will gar nicht wissen, wie gut das inzwischen ist. Eigentlich könnte ich alles noch mal neu und besser machen.

Manchmal frage ich mich, ob „KI-Berater“ inzwischen ein anerkannter Job ist. Denn das zu werden wäre sicher spannend. Oder man holt sich einfach jemanden, der genau das übernimmt: sich mit all dem neuen Zeug auseinanderzusetzen, während man selbst die Alltagsaufgaben erledigt – oft noch ganz ohne KI.

Ich war nie ein großer Freund davon, aber inzwischen kopiere ich E-Mails mit Fragen zu OneDrive oder Datenschutz direkt in ChatGPT, überfliege die Antwort einmal kurz und schicke sie unverändert weiter. Ich bin im Grunde nur noch die Qualitätskontrolle für KI-Resultate. Und irgendwie… finde ich das auch echt gut.

Ich habe sogar eine Python-Webanwendung geschrieben – beziehungsweise von Junie schreiben lassen. Ich kann Python gut lesen, habe aber selbst nur sehr selten damit gearbeitet. Trotzdem: super Ergebnis.

All das zeigt mir wieder, wie schnell sich gerade alles verändert. Und wie schwer es selbst für mich ist, Schritt zu halten – obwohl ich mich mit solchen Themen wirklich gut auskenne und KI auch gut anwenden kann. Ich frage mich, wann diese Erkenntnis in der Breite der Gesellschaft ankommt. Wann die meisten merken, dass sie in einer Welt leben, die zunehmend von KI-Agenten dominiert wird. Dass sie die Kontrolle eigentlich schon längst verloren haben – und im Grunde nur noch akzeptieren können, wie es ist.

Und während ich das schreibe, wird mir klar: All diese Gedanken waren eben noch eine lose Liste aus kurzen Sätzen in Notepad++. Und jetzt sind sie – dank ChatGPT – ein richtiger Text.
User annonyme 2026-03-03 17:31

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