In den letzten Wochen habe ich mir aus Neugier per Vibe-Coding eine kleine Chat-Anwendung gebaut. Nichts Großes, nichts Kompliziertes – ein simples PHP-Backend, komplett ohne Framework. Kein Symfony, kein Slim, einfach pures PHP.
Und ganz ehrlich: Es läuft erstaunlich gut.
Für diese kleine Anwendung wäre Symfony völlig überdimensioniert gewesen. Zu schwer, zu viel Ballast. Slim hingegen hätte durchaus gepasst, aber am Ende habe ich mich bewusst dagegen entschieden. Es ging auch ohne Framework problemlos. Genau an diesem Punkt stellt sich fast automatisch eine Frage, die aktuell viele umtreibt: Brauchen wir überhaupt noch Frameworks, wenn AI uns beim Programmieren so stark unterstützt?
Die kurze Antwort lautet: Ja. Die längere Antwort ist etwas differenzierter.
Dank AI ist es heute extrem einfach geworden, kleine Anwendungen schnell zusammenzubauen. Boilerplate-Code, Routing, einfache Logik oder sogar kleinere Sicherheitsmechanismen lassen sich in kürzester Zeit generieren. Für kleine Tools, Prototypen oder Experimente funktioniert das hervorragend. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass Frameworks vielleicht gar nicht mehr notwendig sind.
Dieser Eindruck hält allerdings meist nur so lange, bis eine Anwendung wächst oder länger gepflegt werden soll.
Frameworks bringen vor allem einen entscheidenden Vorteil mit: Sie bestehen aus Code, der von sehr vielen Menschen genutzt, gelesen und getestet wird. Fehler fallen dadurch schneller auf und werden behoben. Auch wenn AI guten Code generieren kann, erreicht individuell erzeugter Code diesen Reifegrad nicht automatisch. Getesteter, vielfach eingesetzter Code bleibt langfristig stabiler.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist Sicherheit. In etablierten Frameworks sind viele Sicherheitsmechanismen bereits sauber integriert. Dinge wie CSRF-Schutz, Input-Validierung, sichere Standardkonfigurationen oder Authentifizierungsmechanismen sind dort kein nachträglicher Gedanke, sondern fester Bestandteil. Ohne Framework muss man jedes Mal selbst überprüfen, ob wirklich alles korrekt umgesetzt wurde und ob man nicht irgendwo eine Lücke übersehen hat. Genau diese Wiederholungsarbeit nehmen einem Frameworks ab.
Auch beim Thema Unterstützung zeigen sich klare Vorteile. Wenn die AI einmal nicht weiterkommt oder eine Lösung nicht sauber funktioniert, ist man mit einem bekannten Framework deutlich besser aufgestellt. Dokumentationen, Blogposts, Stack Overflow, GitHub-Issues – für gängige Frameworks findet man fast immer Hilfe. Bei individuell zusammengeschustertem Code sieht das oft anders aus.
Interessanterweise lassen sich Anwendungen mit einem bekannten Framework oft sogar schneller anpassen – selbst ganz ohne AI. Die klaren Strukturen, Konventionen und Best Practices sorgen dafür, dass Änderungen nachvollziehbar und sauber umgesetzt werden können, ohne jedes Mal neu denken zu müssen.
Bei CMS-artigen Anwendungen gehe ich inzwischen allerdings einen etwas anderen Weg. Hier neige ich dazu, mir mithilfe von AI ein sehr schlankes und schnelles Mini-CMS zu bauen, das exakt auf den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnitten ist. Ziel ist dabei immer, dass es so einfach zu bedienen ist, dass ich Inhalte notfalls komplett ohne Programmieraufwand per Hand pflegen kann.
Auf klassische Backends verzichte ich dabei fast immer. Entweder ist das System so simpel, dass ein normaler Editor völlig ausreicht, oder ich nutze direkt einen AI-Agenten, um Inhalte einzupflegen. Ein komplexes Admin-Interface ist in vielen Fällen schlicht nicht mehr notwendig.
Am Ende bleibt ein recht klares Fazit. Ja, wir brauchen auch weiterhin Frameworks. Allerdings dürfen und sollten sie schlanker, technischer und fokussierter werden. Viele klassische WYSIWYG-Editoren lassen sich heute problemlos durch AI-Agenten ersetzen, die Inhalte schneller und konsistenter erstellen. Und Template-Sprachen wie Twig sind nach wie vor hervorragend geeignet, um Content strukturiert zu erstellen und zu pflegen – egal ob per Hand oder mit Unterstützung durch AI. Sie sind klarer, wartbarer und oft angenehmer als reines PHP oder Plain HTML, ohne dass man dafür etwas völlig Neues erfinden muss.
AI verändert massiv, wie wir entwickeln. Sie nimmt uns Arbeit ab und beschleunigt Prozesse. Aber sie ersetzt nicht alles, was sich über Jahre bewährt hat. Frameworks gehören weiterhin dazu – nur eben in einer moderneren, schlankeren Form.
Wenn du willst, passe ich den Stil noch weiter an, mache den Text provokanter, kürzer für Social Media oder technischer für eine Entwicklerplattform.